Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft

Straßenbild, symbolisiert Straßenverkehr
Wolkenbild, symbolisiert Luftwege
Montag 19. November 2018 15:08 Alter: 20 Tage

Pressemitteilung: Große Resonanz beim Experten-Panel „Verdopplung der Passagierzahlen im Schienenverkehr bis 2030“

Von: HGS

Die DVWG hat am 16.11.2018 auf ihrer Bundesdelegiertenversammlung ihren Beschluss zum DVWG-Standpunkt „Verdopplung der Passagierzahlen im Schienenverkehr bis 2030“ gefasst und dieses von der Bundesregierung postulierte Ziel auf dem anschließenden Experten-Panel mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft diskutiert.

DVWG-Präsident Prof. Dr. Jan Ninnemann begrüßte in seinem Eingangsstatement den Mut der Bundesregierung, die Zahl der Bahnkunden bis 2030 zu verdoppeln, machte aber auch deutlich, dass diese Absicht sehr ambitioniert sei und eine Annäherung an das Ziel nur durch Investitionen und zahlreiche flankierende Maßnahmen sowohl in Schienenpersonen- als auch Güterverkehr erreicht werden könne. Protagonisten der lebhaften Diskussion auf dem Podium des Experten-Panels waren Prof. Christian Böttger (Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin), Prof. EM. Heiner Monheim (raumkom – Institut für Raumentwicklung und Kommunikation), Thorsten Müller (Geschäftsführer Zweckverband ÖPNV Vogtland) und MR Wolfgang Küpper (Leiter Referat Eisenbahnpolitik, Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur).

Während Böttger deutlich machte, dass aufgrund bestehender finanzieller Unterdeckung einerseits und fehlender auch personeller Ressourcen bspw. bei Ingenieuren und Lokführern andererseits das Ziel nicht annähernd zu erreichen sei, hob Monheim auf Versäumnisse vergangener Jahre ab, forderte die Umsetzung der „Flächenbahn“, eine kundenfreundliche Angebotsorientierung und betonte, dass das Verdoppelungsziel nicht weitreichend genug formuliert sei, um auch die Klima- und Umweltziele zu erreichen.

Müller brachte mit seinem Statement u.a. zum Ausdruck, dass sich vieles bewegt. Der Deutschland-Takt muss schnell umgesetzt und die Taktsysteme auf Bus und Bahn abgestimmt werden. Der Fahrgast dürfe nicht aus den Augen verloren werden. Küpper teilte den Standpunkt der DVWG und hält eine Reorganisation des Systems Schiene für notwendig. Das „Zukunftsbündnis Schiene“ werde bis zum Frühjahr 2019 konkrete Vorschläge erarbeiten, um auf dem Weg, die Schiene zum Verkehrsmittel des 21. Jahrhunderts zu machen, voranzukommen.

Einig waren sich die Diskutanten darüber, dass – wenn das Verdoppelungsziel erreicht werden soll – nun auch konkrete Maßnahmen folgen müssen. Die DVWG möchte sich auch in Zukunft in den weiteren Prozess mit ihrer wissenschaftlichen Expertise einbringen. Die Veranstaltung, die im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur stattfand, stieß mit 120 Teilnehmern auf große Resonanz. 

Anlage: DVWG-Standpunkt „Verdopplung der Passagierzahlen im Schienenverkehr bis 2030“


Kräne und Hafenanlage, symbolisiert Schiffsverkehr
Bild Bahngleise, symbolisiert Schienenverkehr

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