Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft

Straßenbild, symbolisiert Straßenverkehr
Wolkenbild, symbolisiert Luftwege

Veranstaltungsdetails

Veranstaltungsdatum: 03.03.2005 17:30 Uhr bis 03.03.2005 19:30 Uhr
Ort: Kulturrathaus, Königstrasse 15, 01097, Dresden

15. Bezirksversammlung

mit Vortrag zum Chemnitzer Modell

Sitzungssaal mit Versammlungsteilnehmern

Sitzungssaal mit Versammlungsteilnehmern

Foto von der Bezirksversammlung

Foto von der Bezirksversammlung

Herr MinDg. a.D. Reinhard W. Heinemann verabschiedete sich am
3. März 2005 nach einer 14jährigen Mitgliedschaft im Vorstand der BV Sachsen
aus Dresden mit einem
Vortrag zur sächsischen Luftverkehrspolitik, zur Entwicklung und zu Zukunftsperspektiven der Flughäfen Dresden und Leipzig/Halle

Die Verkehrsflughäfen in Dresden, Leipzig und Halle (Sachsen-Anhalt) können auf eine über 80jährige Entwicklung, wenn auch an verschiedenen Standorten, zurückblicken. Der Luftverkehr hat in dieser Zeitspanne eine außerordentlich rasante Entwicklung genommen; Fluglinien (Luftverkehrsgesellschaften) und Flugplätze beeinflussten sich in dieser Zeit gegenseitig und trugen so gemeinsam dazu bei, daß das Flugzeug vom elitären zum Massenverkehrsmittel wurde.
Vor allem die Kommunen, gefördert durch die Länder, waren die Entwicklungsträger der Flughäfen; das Deutsche Reich beteiligte sich nur in sehr geringem Umfang am Ausbau der Infrastruktur des in Preußen liegenden Standortes Halle, der den Namen Flughafen Halle/Leipzig führte und im Wettbewerb zu Leipzig-Mockau stand.
Begleitet wurde dieser Entwicklungsprozeß durch eine sehr leistungsfähige deutsche Luftfahrzeugindustrie, die den Fluggesellschaften seit den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts immer größere, leistungsfähige Flugzeuge zur Verfügung stellte.
Die 1926 gegründete Luft-Hansa beförderte in ihrem Gründungsjahr 56 268 Passagiere und steigerte diese Zahl bis zur Einstellung des zivilen Luftverkehrs im Jahr 1939 auf
277 000 Fluggäste. Die Flugplätze in Mitteldeutschland (Dresden, Leipzig und Halle) fertigten 1939 etwa 100 000 Flugreisende ab.
Der Neubeginn des zivilen Luftverkehrs erfolgte im geteilten Deutschland auf getrennten Wegen.
Während in Westdeutschland der Luftverkehr von 1960 an sprunghaft anstieg, verzeichneten die Flugplätze Dresden und Leipzig/Halle bis 1990 nur geringe Zuwächse. Beispielsweise wurden am Standort Köln/Bonn? einem bis 1939 bezüglich des Fluggastaufkommens vergleichbaren Flugplatz zu Halle/Leipzig? im Jahre 1990 3,17 Mio. Fluggäste gezählt , während der Messeflughafen im Osten Deutschlands lediglich max. 500 000 Fluggäste/Jahr abfertigte.
Nach 1991 setzte in Dresden und Leipzig/Halle eine rasante Entwicklung ein, die bis heute zu mehr als 2 Mio.Fluggästen/Jahr an beiden Standorten führte.
Die Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt investierten zum Ausbau der Infrastruktur an beiden Flugplätzen innerhalb der letzten 10 Jahre mehr als 2 Mrd. €.
Beide Flughäfen sind ausgezeichnet an das Streckennetz der Deutschen Bahn und das Autobahnnetz angebunden
Leipzig/Halle bereitet sich gegenwärtig durch die Verlegung der südlichen (alten) Start- und Landebahn auf die Ansiedlung der Luftfrachtzentrums der Deutschen Post ( DHL) mit erheblichen weiteren Investitionen vor.

Nach den aktuellen Verkehrsprognosen wird sich der Flughafen Dresden im wesentlichen mit Linienverbindungen und Angeboten der low coast carrier (lcc) im Mittelfeld der Rangliste deutscher Verkehrsflughäfen einspielen , der Flugplatz Leipzig/Halle erwartet neben dem starken Aufkommen im Charterverkehr nach europäischen und außereuropäischen Urlaubsgebieten vor allem auf der Cargo-Bereich erhebliche Zuwächse.

[Autor: Reinhard W. Heinemann]

Im Anschluß an die Vortragsveranstaltung dankte der Vorstand der BV Sachsen Herrn Heinemann für seine tatkräftige Mitwirkung am Aufbau der Bezirksvereinigung und überreichte ihm im Namen des Präsidiums der DVWG die Carl-Pierath Medaille.


Kräne und Hafenanlage, symbolisiert Schiffsverkehr
Bild Bahngleise, symbolisiert Schienenverkehr

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