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Zur Person
Prof. Dr.-Ing. Justin Geistefeldt ist seit Juli 2010 Inhaber des Lehrstuhls für Verkehrswesen – Planung und Management an der Ruhr-Universität Bochum. Er hat Bauingenieurwesen mit der Vertiefungsrichtung Verkehrswesen in Bochum und Brisbane (Australien) studiert. Anschließend war er unter seinem Vorgänger, Prof. Brilon, als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Verkehrswesen tätig und promovierte 2007 mit dem Thema „Verkehrsablauf und Verkehrssicherheit auf Autobahnen mit vierstreifigen Richtungsfahrbahnen“. Vor seiner Berufung an die Ruhr-Universität war er als Leiter des Dezernats für Strategisches Verkehrsmanagement beim Hessischen Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen beschäftigt und in dieser Funktion u.a. für die Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten auf dem Gebiet der Fahrzeug-Infrastruktur-Kommunikation zuständig.
Zum Vortrag
Kooperative Telematiksysteme – Perspektiven für das Verkehrsmanagement
Seit vielen Jahren werden in Forschungs- und Entwicklungsprojekten weltweit Möglichkeiten einer Informationsübertragung vom und zum Fahrzeug untersucht. Dabei wird die Kommunikation sowohl zwischen Fahrzeugen untereinander (C2C-Kommunikation) als auch zwischen straßenseitiger Infrastruktur und Fahrzeugen (C2I-Kommunikation) betrachtet. Verschiedene auf Fahrzeugkommunikation basierende Fahrerinformations- und -assistenzsysteme wurden bereits prototypisch entwickelt und in einzelnen Anwendungen erprobt. Im Forschungsprojekt simTD (Sichere Intelligente Mobilität – Testfeld Deutschland) wird derzeit das Zusammenwirken unterschiedlicher Anwendungen der Fahrzeug-Fahrzeug- und Fahrzeug-Infrastruktur-Kommunikation in einem groß angelegten Feldversuch im Testfeld Frankfurt-Rhein/Main erprobt.
Der funkbasierte Austausch von Daten und Meldungen zwischen Fahrzeugen untereinander sowie zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur eröffnet Möglichkeiten für neuartige Fahrerassistenzfunktionen in den Fahrzeugen, die dazu betragen können, die Fahr- und Verkehrssicherheit sowie die Verkehrseffizienz weiter zu erhöhen. Die neuen kooperativen Technologien stehen dabei allerdings im Wettbewerb mit fahrzeugautonomen Systemen, die teilweise vergleichbare Wirkungen erreichen. Für den Straßenbetreiber ergeben sich Optimierungspotenziale für das Verkehrsmanagement, insbesondere hinsichtlich einer Vermeidung von Verkehrsunfällen und einer Verbesserung der Datengrundlage für die Netzsteuerung.
Der Vortrag gibt einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen auf dem Gebiet der Fahrzeug-Fahrzeug- und Fahrzeug-Infrastruktur-Kommunikation und erörtert die Potenziale kooperativer Telematiksysteme für das Verkehrsmanagement.

