„Leuchtende Bahnsteigkante“ gewinnt Innovationspreis der deutschen Mobilitätswirtschaft

SIUT GmbH setzt sich mit „Leuchtender Bahnsteigkante“ in der Kategorie „Produkte/Projekte“ durch / Preisverleihung der DVWG am 14.11. in der Frankfurter Paulskirche im Beisein von Bundesminister Dr. Volker Wissing

Der Innovationspreis der deutschen Mobilitätswirtschaft in der Kategorie „Produkte/Projekte“ geht in diesem Jahr an die „Leuchtende Bahnsteigkante“ der SIUT GmbH. Bei der Preisverleihung am 14. November 2022 in der Frankfurter Paulskirche wurde das Sieger-Projekt im Beisein von Bundesminister Dr. Volker Wissing von der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft (DVWG) e.V. verkündet und prämiert. Für die Kategorie „Persönlichkeit“ wurde der Preis an Jürgen Fenske, Ehrenpräsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), überreicht. Die Preisverleihung fand im Rahmen des Deutschen Mobilitätskongresses statt, den die DVWG gemeinsam mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund und dem House of Logistics & Mobility (HOLM) veranstaltet.

Die „Leuchtende Bahnsteigkante“ des Berliner Startups SIUT soll für noch mehr Sicherheit, höhere Pünktlichkeit, bessere Orientierung und schnellere Informationsbereitstellung an den Stationen und Gleisen sorgen. Dafür interagieren aneinandergereihte Beton-Module miteinander, die elektronisch Zug-Daten empfangen, verarbeiten und anhand von Lichtsignalen nach außen tragen können. So entsteht ein visuelles LED-Leitsystem aus statischen sowie dynamischen Lichtmustern in verschiedenen Farben. Ziel ist es, mit den innovativen Lichtmustern Informationen zu Zügen, Wege und Warnhinweise intuitiv und international verständlich zu vermitteln und damit sowohl Fahrgäste als auch Zug- und Bahnhof-Betreiber zu unterstützen.

„Fast 200 Jahre sind seit der Erfindung der Eisenbahn vergangen – und doch steht kein anderes Verkehrsmittel so sehr für die Zukunft. Der Innovationspreis der Deutschen Mobilitätswirtschaft zeigt eindrucksvoll, wie viel weiteres Potenzial die Branche bietet. Damit Innovationen – egal, ob Deutschlandticket oder leuchtende Bahnsteigkanten – umgesetzt werden können, braucht es aber eine entsprechende Finanzierung, gerade in Zeiten von Kostensteigerungen bei Baumaterialien, Personal und natürlich Energie“, sagt Prof. Knut Ringat, RMV-Geschäftsführer.

„Wir freuen uns sehr, dass die „Leuchtende Bahnsteigkante“ die Jury überzeugt hat und mit dem Preis der deutschen Mobilitätswirtschaft ausgezeichnet wurde“, sagt Vincent Genz, einer der Geschäftsführer der SIUT GmbH. „Seit rund 10 Jahren forschen wir an den Licht-Leitsystemen, weil wir die Orientierung an Bahnhöfen für alle Menschen noch einfacher gestalten möchten. Die heutige Auszeichnung zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und welche Bedeutung unsere Erfindung für die Mobilität der Zukunft hat.“

„Die leuchtende Bahnsteigkante ist ein innovatives und smartes Produkt, welches Beton als einen der ältesten Baustoffe der Welt revolutioniert. Das neuartige Leitsystem stellt Fahrgästen zuverlässige Informationen zur Verfügung, sorgt für mehr Sicherheit und bietet eine gute Orientierung für Mobilitätseingeschränkte Personen“, hebt DVWG-Präsident und Jurymitglied Prof. Dr. Jan Ninnemann hervor.

Mit dem Innovationspreis der Mobilitätswirtschaft zeichnet die DVWG Personen sowie innovative Projekte und Produkte aus, die den Fortschritt im Mobilitätsbereich prägen und entscheidend vorantreiben. Die Fachjury besteht aus Expertinnen und Experten der Verkehrsbranche. In diesem Jahr waren neben der „Leuchtenden Bahnsteigkante“ in der Kategorie „Produkte/Projekte“ der IdeenZug der DB Regio AG und KlimaTrack, ein Projekt der edilon)(sedra GmbH, nominiert.

18. Hamburger Hafentag der DVWG am 4. November 2022

Die deutschen Seehäfen stehen zuletzt vermehrt im öffentlichen Fokus: Gestörte Lieferketten in Folge der Zero-Covid Strategie in China, der kontrovers diskutierte Einstieg der chinesischen Staatsreederei Cosco am Containerterminal Tollerort in Hamburg sowie die Notwendigkeit die Energieversorgung Deutschlands durch neue LNG-Importterminals sicherzustellen – nur drei Beispiele für die hohe Relevanz der Seehäfen für die deutsche Volkswirtschaft. Dies scheint in der Bundespolitik bislang aber nur wenig Beachtung zu finden, so lautet zumindest das Fazit der Hafenchefs der wichtigsten Deutschen Seehäfen auf dem 18. Hamburger Hafentag.

„Wenn wir so weiter machen wie bisher werden wir uns in die falsche Richtung entwickeln.“ Robert Howe, Geschäftsführer Bremenports

Sowohl Howe als auch seine Kollegen Friedrich Stuhrmann (Hamburg Port Authority), Holger Banik (Niedersachsen Ports) und Guido Kaschel (Lübeck Port Authority) betonten in ihren Statements die bereits bestehende enge Zusammenarbeit der deutschen Seehäfen z. B. bei den Themen Wissenstransfer, Digitalisierung und Marketing. Einigkeit bestand, dass der Bund eine intensivere Steuerungsfunktion übernehmen muss, z. B. um länderübergreifende Herausforderungen der Infrastrukturentwicklung im Hinterland, des Sedimentmanagements sowie der Hafenfinanzierung zu lösen. Insbesondere das unzureichend finanzielle Engagements des Bundes wurde von allen beteiligten scharf kritisiert.

Eine nahezu ausschließlich durch die Bundesländer finanzierte Hafenentwicklung wird den Anforderungen, denen sich die Häfen aktuell gegenübersehen nicht gerecht. Dies gilt insbesondere auch für die Themen Versorgungssicherheit und Energiewende, die im zweiten Teil der Veranstaltung diskutiert wurden. Frank Schnabel, Geschäfts-führer der Schramm Group und Betreiber des Hafens Brunsbüttel stellte heraus, dass für die Umsetzung der Projekte im Zuge zur Energiewende alle deutschen Seehäfen von hoher Relevanz sind. „Hier gibt es keine Konkurrenz zwischen den Hafenstandorten“, so Schnabel der aktuell in Rekordzeit ein schwimmendes LNG-Terminal realisiert. Sorge bereitete Hans-Peter Zint vom Cuxport in Cuxhaven die Verfügbarkeit von Hafenkapazitäten für die Offshore-Windenergie. „Der Zielwert 2035 von 40 Gigawatt erfordert zusätzliche Flächen für die Offshore-Logistik und eine belastbare Finanzierung.“

Workshop zur Informationsplattform der Technische Informationsbibliothek (TIB)

Im DFG-geförderten Projekt ConfIDent entwickelt die Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB) zusammen mit der RWTH Aachen (Lehrstuhl Informatik 5) eine Informationsplattform für wissenschaftlichen Veranstaltungen wie z. B. Konferenzen. Mithilfe der ConfIDent Plattform sollen Forschende dabei unterstützt werden, für sie passende Veranstaltungen zu finden. Durch DOIs (z. B.: https://doi.org/10.25798/w5jb-d737) werden Veranstaltungen eindeutig identifizierbar und die so generierten Daten besser nachnutzbar. Zum Thema Mobilitätsforschung finden sich bereits einige Konferenzen auf der Plattform.

Zum Abschluss des Projektes (Ende 2022) bieten wir einen kostenlosen Workshop an, in dem Interessierte die Plattform kennen lernen können und mit Ihrem Feedback Einfluss auf die weitere Gestaltung des Dienstes nehmen können. Der Workshop richtet sich an alle Wissenschaftler:innen und insbesondere Nachwuchswissenschaftler:innen im Bereich Verkehrswissenschaften/ Mobilitätsforschung. Ihr Feedback wird dazu dienen, die Plattform in einer zweiten Projektphase weiter zu verbessern.

Der Workshop wird am 29.11. um 10 Uhr online stattfinden und insgesamt zwei Stunden dauern. Schreiben Sie uns eine E-Mail an confident@tib.eu, wenn Sie an dem Workshop teilnehmen möchten. Nutzen Sie für Fragen und Anregungen ebenfalls gerne diese E-Mailadresse. Über unseren Twitterkanal "@conf_id" können Sie sich über die neuesten Entwicklungen der Plattform informieren.

Ehemaliger VDV-Präsident Fenske erhält „Innovationspreis der deutschen Mobilitätswirtschaft“

Jürgen Fenske gewinnt die Kategorie „Persönlichkeit“ / Verleihung am 14. November in der Frankfurter Paulskirche im Rahmen des Deutschen Mobilitätskongresses

Die Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft (DVWG) e.V. verleiht den „Innovationspreis der deutschen Mobilitätswirtschaft“ in der Kategorie „Persönlichkeit“ an Jürgen Fenske. Mit diesem Preis prämiert die DVWG herausragende Personen, die mit großem Engagement für den Fortschritt im Mobilitätsbereich prägend sind und waren sowie mit ihren Leistungen wichtige Impulse gesetzt haben. Fenske war von 2009 bis 2018 Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und ist heute deren Ehrenpräsident. Hauptamtlich war er neun Jahre Vorstandsvorsitzender der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB).

„Jürgen Fenske ist eine echte Größe der Verkehrswirtschaft”, so DVWG-Präsident und Jurymitglied Prof. Dr. Jan Ninnemann. „In seine Zeit als Präsident des VDV fallen der Wiederausbau des ÖPNV in den 2010er Jahren und ein stetiger Anstieg der Fahrgastzahlen in Bus und Bahn. Als Geschäftsführer der KVB trieb er entscheidend den Bau der Nord-Süd-Stadtbahn voran. Der DVWG-Innovationspreis geht nach Prof. Dr. Gerd Aberle im vergangenen Jahr nun wieder an eine Person, die mit vollem Einsatz den öffentlichen Verkehr gestärkt hat.”

Bundesminister Dr. Volker Wissing wird bei der Preisverleihung am 14. November ein Grußwort an die Preisträger und Gäste richten.

JuFo Fachexkursion Hamburg 2022

Die Blickpunkt von Nicolas Rückert

Vergangene Woche fand die Fachexkursion des Jungen Forums nach Hamburg statt, die ich als Teil des Bundesvorstands mit organisiert habe.

Die Exkursion begann mit einer Führung durch die HafenCity Hamburg GmbH inkl. Elphi Besuch.

Am Mobilitätstag besuchten wir den neuen Betriebshof der Hamburger Hochbahn AG in Alsterdorf, den MOIA Operations Germany GmbH Hub in Wandsbek und bekamen während eines Vortrags von Kirsten Pfaue und einer Fahrradtour Einblicke in die stetig verbesserte und digitalisierte Radverkehrsinfrastruktur der Stadt.
Am Hafenlogistiktag fuhren wir mit der Fähre zuerst zur nautischen Zentrale der Hamburg Port Authority (HPA) Anstalt öffentlichen Rechts für einen Vortrag. Anschließenden besuchten wir das C. Steinweg (Süd-West Terminal) Hamburg auf dem uns Martin Riepenhusen und Morten Daß die Besonderheiten des Multi-Purpose-Terminals erklärten. Die Exkursion endete mit einer verkehrsbezogenen Stadtrundfahrt im historischen Bus (u.a. mit Blick auf die zwei Flughäfen).

Vielen Dank an alle Referentinnen und Referenten! Die Exkursion war ein voller Erfolg, das zeigt das viele positive Feedback.
Als Hamburger und Mitglied des Bundesvorstands (zusammen mit Dr. Nina von der Heiden, Fritz Kuch, Christoph AberleLukas JunghannsSebastian E. Knöchel) hat es mich gefreut Highlights der Mobilität und Logistik von Hamburg interessierten Studierenden und Young Professionals aus ganz Deutschland zu zeigen.

Jurysitzung 07.10.2022

Innovationspreises der deutschen Mobilitätswirtschaft

Morgen wird es spannend, denn unsere Jury wird in Berlin aus hervorragend Bewerbungen die Projekte nominieren, welche mit dem Innovationspreises der deutschen Mobilitätswirtschaft am 14. November in der Paulskirche Frankfurt am Main ausgezeichnet werden. Angesichts der exzellenten Bewerbungen wird es auch dieses Mal wieder eine schwierige Entscheidung werden.

Wir danken unseren Jurymitgliedern (u.a. Dr. Florian Eck, Prof. Claudia Kemfert, Prof. Barbara LenzProf. Dr. Jan Ninnemann, Dr. Ilja NothnagelAndreas Rade, Prof. Sönke Reise, Prof. Knut RingatDr. Jan Schilling, Prof. Ulrike Stopka) für ihr Engagement.

Journal für Mobilität und Verkehr

Ausgabe 14 Soziale Aspekte der Mobilität

29 Euro im Monat? 49? Oder 69? Das politische Berlin diskutiert über die Fortführung des Neun-Euro-Tickets, das sich einer enormen Nachfrage erfreut und das vielen Menschen mit geringem Einkommen eine ungeahnte Bewegungsfreiheit beschert. Verhandelt wird vordergründig ein Monatstarif, doch dahinter steckt die Frage, welchen sozialen Zweck (öffentliche) Verkehrssysteme erfüllen sollen und wie viel Geld wir dafür gemeinschaftlich aufwenden wollen.
Der Zeitpunkt könnte also kaum besser sein, um einen Blick auf soziale Aspekte von Mobilität und Verkehr zu werfen. In der Septemberausgabe des JMV gehen die AutorInnen auf zwei Fragen ein:
Erstens, was braucht es im Großen?
Der Block Konzepte und Strategien widmet sich politischen Rahmenbedingungen und  Forschungsdesideraten in Bezug auf eine sozial-ökologische Transformation im Verkehrssektor.
Zweitens, was erkennen wir vor Ort?
Der Block Methodik und Empirie bündelt Fallstudien in Stadt und Region, die sich mit der Alltagsmobilität Einkommensarmer befassen.

Die wissenschaftliche Leitung obliegt Christoph Aberle vom Institut für Verkehrsplanung und Logistik der TU Hamburg.

Das Journal steht für Sie auf der DVWG-Internetseite zum Download bereit.

Frühbuchertickets für Deutschen Mobilitätskongress 2022

- bis zum 30.09. erhältlich -

Sie sind herzlich eingeladen zum 8. Deutschen Mobilitätskongress 2022 in Frankfurt am Main. Nutzen Sie die Möglichkeit, jetzt die attraktiven Frühbucherpreise zu nutzen. Sparen Sie dadurch bis zu 250 Euro gegenüber dem regulären Preis*. Kommen Sie mit den führenden Experten und Expertinnen aus dem Bereich Verkehr und Mobilität in Kontakt und erhalten Sie interessante Impulse. Kliecken Sie einfach hier.

Deutschland ist Export- und Logistikweltmeister, ein weltweit führender Wirtschaftsstandort und zentrale Verkehrsdrehscheibe Europas. Um diese Spitzenposition und Marktstellung zu halten, ist eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur mit modernen und gut ausgebauten Verkehrswegen notwendig. Doch Ertüchtigung und Neubau kosten Zeit – zu viel Zeit!

Das heutige Planungsrecht hat sich zu einem Modernisierungs-, Investitions- und Innovationshemmnis entwickelt. Komplexe Genehmigungsverfahren für Bauvorhaben in Deutschland ziehen sich oft über Jahre hin. Häufig dauert es von der Planung bis zum Baubeginn sogar Jahrzehnte. Bauen wird immer langwieriger und teuer. In der Folge hat sich der Substanzverlust der Verkehrsinfrastruktur dramatisch verschärft. Rückt der Mobilitätswandel damit in die weite Ferne?

Hier finden sie Das Programm.

 

Innovationspreis der deutschen Mobilitätswirtschaft 2022

Der „Innovationspreis der deutschen Mobilitätswirtschaft“ wird jährlich durch die Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft e. V. (DVWG) und ihren Förderkreis im Rahmen des Deutschen Mobilitätskongresses vergeben. Dieser wird als ideeller Preis für besonders zukunftsfähige und richtungsweisende Lösungen im Bereich von Mobilität und Verkehr verliehen. Dabei richtet sich der verkehrsträgerübergreifende Fokus auf die hohe Qualität von „Mobilitätslösungen Made in Germany“.

Bewerben Sie sich für folgende Preiskategorien

„Projekt/Produkt“

Es sollte sich dabei um ein bereits am Markt erfolgreiches Produkt, Projekt oder eine Dienstleistungslösung in der Mobilitätswirtschaft handeln. Eine gewisse Marktreife sollte dabei bereits erreicht worden sein.  Neuerungen im Bereich der Transport- und Mobilitätswirtschaft sollen erkennbar werden, die großes Potenzial für die Zukunft bieten.

„Sonderpreis Energieeffizienz“

Energieeffizientes Wirtschaften ist ein wesentlicher Faktor zur Erreichung der Klimaziele – auch in Verkehr und Logistik sowie verwandten Bereichen. Der diesjährige Sonderpreis wird für Erfolgsprojekte und Lösungen ausgelobt, die den Energieverbrauch und die klimarelevanten Emissionen im Verkehrssektor entscheidend sowie mess- bzw. nachweisbar reduzieren.

Hier gelangen Sie zum Internetauftritt des Innovationspreises

Neue Ausgabe Journal für Mobilität und Verkehr ab sofort verfügbar

Nr. 13 (2022): Infrastruktur und Resilienz

Diese Ausgabe des Journals für Mobilität und Verkehr liefert neue Denkanstöße und Antworten zu Infrastruktur und Resilienz.

Es erwarten Sie drei Fachbeiträge zu den Themen:

  • SMARTICIPATION - Das Smartphone als partizipative Antwort auf Veränderungen im Demokratie- und Planungsverständnis von Verkehrsprojekten
  • Tote Winkel für Ladeinfrastruktur – was bei der Platzierung öffentlicher Ladeinfrastruktur im Detail zu beachten ist
  • Emission Saving Potentials of Freight Transportation in Europe:
    Shifting Road to Rail Transport?

Hier geht es zur Ausgabe 10 (2021)

DVWG-Jahresverkehrskongress

Interdisziplinäre Arbeit ist essenziell für eine nachhaltige Mobilität bis 2050

Über 150 Teilnehmer:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung debattierten am 24. Juni 2022 in der historischen Stadthalle auf dem Jahresverkehrskongress der Deutschen Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft e. V. unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr.-Ing. Felix Huber (Bergische Universität Wuppertal), wie man Mobilität nachhaltig und alltagstauglich gestalten kann. Unter den Speaker:innen referierten Experten wie der Ökonom Prof. Dr. Niko Paech von der Universität Siegen und Prof. Dr. Peter Hennicke. Dieser forderte vehement: „Politik und Gesellschaft müssen neu mobilisiert werden.“

Insbesondere die über 60 anwesenden Nachwuchswissenschaftler:innen forderten in ihren Diskussionsbeiträgen ein, dass die Politik endlich zeitnah handle. Jede:r Einzelne:r sei gefragt, Druck auf die Verkehrspolitik auszuüben, damit sich diese einem gesellschaftlichen Konsens nicht weiter verwehren kann. Paech berichtete hier von einem sehr simplen Beispiel aus Niedersachsen. Nachdem in Oldenburg (OLB) eine Bürger:inneninitiative Lastenräder anschaffte und diese in der Stadt sichtbar waren, stieg die Nachfrage bei den Hersteller:innen in die Höhe. Sichtbarkeit von Projekten ist hier entscheidend und sorgt für eine aus der Gesellschaft kommenden nachhaltige Veränderung der Mobilität.

Das individuelle Mobilitätsverhalten zu hinterfragen und einen eigenen Beitrag für die Gesellschaft zu bringen, ist notwendig. Dr. Katrin Dziekan (Fachgebietsleiterin Umwelt und Verkehr im Umweltbundesamt) betonte, dass jede:r ein Recht auf Mobilität besitzt - jedoch nicht auf Verkehr. Mobilität ist die Grundlage für das gesellschaftliche Zusammenleben, allerdings ist die Bereitstellung von Alternativen besonders im ländlichen Raum weiterhin ein gravierendes Problem. Dieses verstärkt sich noch an den Wochenenden, wenn Buslinien ausgedünnt werden und keine sicheren Verkehrswege abseits der Straßen für Kinder und Senioren:innen vorhanden sind. Eine nachhaltige Raumplanung durch die Verwaltungen und der Politik seien daher unabdingbar, so Prof. Dr.-Ing. Gebhard Wulfhorst (Technische Universität München).

Konsens herrschte unter den Wissenschaftler:innen über die Notwendigkeit eines zeitnahen Handelns. Dabei müssen stets ökonomische Voraussetzungen und ökologische Ziele miteinander verknüpft werden. Wenn die Gesellschaft die Herausforderungen der Mobilität verursacht hat, dürften wir die Verantwortung nicht auf die jungen Menschen auslagern, so Prof. Dr.-Ing. Ulrike Reutter (Bergische Universität Wuppertal). „Wir müssen jetzt handeln!“ (ebd.). Forderungen, die Verkehrswissenschaft müsse Fragen der Mobilität verstärkt in einen interdisziplinären Diskurs führen, wurden mehrfach auf dem Kongress geäußert.

Der Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal, Prof. Dr. Uwe Schneidewind, erläuterte, dass Städte in der Vergangenheit ausschließlich auf den Automobilverkehr zugeschnitten wurden. Versucht man Räume neu zu denken und diese umzugestalten, gerät man in einen Konflikt mit einzelnen, die sich in ihrer Freiheit eingeschränkt fühlen, keine Offenheit für Veränderungen haben und den Mehrwehrt für die Stadt nicht sehen. Emotionalität in diesen Debatten ist seiner Meinung nach die größte Herausforderung bei der Beteiligung von Bürger:innen für mobilitätsbezogene Umgestaltungsprozesse.

Verleihung des Henry Lampke Preis 2022

Auch dieses Jahr haben wir wieder einige tolle Bewerbungen erhalten und in der Jury-Sitzung lange über die spannenden Inhalte diskutiert. Im Ergebnis geht der Preis auch dieses Jahr wieder an zwei tolle Nachwuchswissenschaftler für zwei herausragende Masterarbeiten.

 

Dies ist zum einen die Masterarbeit von Eva Maria Zimmermann, die an der TU Berlin Szenarien zur langfristigen Rolle von alternativen Antrieben im deutschen Schienennetz entwickelte. Ausgangsbasis Ihrer Arbeit ist, dass vor dem Ziel der Dekarbonsierung bis 2050 alternative Antriebe im Schienennetz immer wichtiger werden. Sie entwickelte ein Entscheidungsmodell mit unterschiedlichen Szenarien zum Marktpotential der Antriebsalternativen, mit dem Ziel, deutschlandweite Potentiale und Forschungsschwerpunkte erkennbar zu machen. Hervorzuheben ist an dieser Stelle die Vielzahl der untersuchten Szenarien sowie die Modularität des Modells, was zahlreiche Anknüpfungsmöglichkeiten für weitere Forschung liefert.

In dem Gutachten der Arbeit heißt es: „die Arbeit zeichnet sich durch exzellente inhaltliche und wissenschaftliche Qualität aus […] und ist zur Annäherung der Frage, wie sich die Struktur des Schienennetzes in Bezug auf die Fahrzeuge und der zu errichtenden Infrastruktur verändern könnte, ausgezeichnet geeignet.“

 

Unser zweiter Preisträger ist Herr Johannes Lindner. Er schrieb seine Masterarbeit an der Technischen Universität München zu dem Thema „Implementierung und Durchführung einer vernetzten Simulatorstudie zur validen Datenerhebung im urbanen Verkehrsraum“. In vernetzten Simulatorstudien werden komplexe Verkehrsszenarien mit mehreren Verkehrsteilnehmern untersucht. Herr Lindner untersuchte in seiner Masterarbeit die Begegnungen von automatisierten Fahrzeugen und Radfahrern, mit dem Ziel, die Herausforderungen des vollautomatisierten Fahrens besser zu erforschen. Hierfür nutze er unter anderem eine Applikation, die das Wahrnehmungsfeld des Radfahrers an unübersichtlichen Situationen mittels Kommunikationstechnologie erweitert. Herr Lindners Arbeit ist sehr innovativ und seine Untersuchungsmethodik der vernetzten Fahrsimulation zeichnet sich dabei durch die hohe Implementierungskomplexität aus.

In dem Gutachten der Arbeit heißt es: „Diese Abschlussarbeit zeichnet sich auf Grund der hohen ingenieurwissenschaftlichen Relevanz, der Implementierungs-Komplexität und der hervorragenden Umsetzung des Themas aus.“

 

Bundesdelegiertenversammlung der DVWG zu Gast in Wuppertal

In der historischen Stadthalle Wuppertal haben sich Delegierte der DVWG Bezirksvereinigungen und das Präsidium auf der diesjährigen Bundesdelegiertenversammlung (BDV) im Rahmen der Jahrestagung getroffen. Die BDV ist die Mitgliederversammlung der Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft e. V. und ist somit das höchste Organ des Verbandes. Die Vertreter:innen haben hier die Möglichkeiten die Tätigkeitsberichten aus dem Präsidium, des Jungen Forums und der Europäischen Plattform der Verkehrswissenschaften zu debattieren. Sie nutzten die Situation und gaben wertvolle Anregungen und richteten Nachfragen an das Präsidium.

Zentrale Themen der BDV war unter anderem einen Zwischenbericht zum Bearbeitungsstand der neuen Mitgliederdatenbank, welcher von Roland Schmidt dargelegt wurde. Stefan Tritschler stellte vor Ort die Strategie für die Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft e. V. 2025+ vor. In diesem hybriden Vortrag ging es insbesondere um die Zukunftsfähigkeit des Verbandes und die Ausrichtung in den kommenden Jahren. Die Delegierten nutzten die Gelegenheit, um dem Präsidium ihre Erwartungen und Eindrücke an die Zukunftsstrategie mitzugeben. Carsten Hilgenfeld betonte „eine tragbare Zukunftsstrategie kann nur erfolgreich sein, wenn sie im Konsens entsteht und von allen getragen wird.“ Im Anschluss wurde der Wirtschaftsplan der DVWG für das Jahr 2023 vorgestellt und durch die BDV verabschiedet.

Mit der historischen Stadthalle Wuppertal hatte die DVWG perfekte Rahmenbedingungen, um eine erfolgreiche Delegiertenversammlung durchführen zu können und die Weichen für die kommenden Jahre zu stellen.

Team der HGS wächst weiter

Seit Anfang Mai ist Steffen Opitz als Referent in der Hauptgeschäftsstelle in Berlin tätig. Nach seinem Studium der Politikwissenschaft an den Universitäten Potsdam und Wien freut er sich sehr, einen traditionsreichen Verband mit hochkarätigen und interessanten Mitgliedern begleiten zu dürfen. "Die Arbeit in einem unabhängigen Netzwerk von Verkehrsexpert:innen finde ich als Politologe äußerst spannend", so Opitz. Die Ansprüche der DVWG verkehrsträgerübergreifend und wissenschaftsbasiert zu agieren, stellen für ihn das Alleinstellungsmerkmal und den Vorteil gegenüber anderen Verbänden und Vereinen dar.

Die Möglichkeit, die Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft in den kommenden Jahren mitgestalten zu dürfen und eine Zukunftsvision umsetzen zu können, motivieren ihn. Er sieht viel Potential für eine gemeinsame Zukunft. Auch das Jungen Forum der DVWG spricht ihn mit seinen Nachwuchswissenschaftler:innen, Studierenden und Auszubildende an, denn "sie sind die Macher:innen unserer aller Zukunft". Der Austausch und die Vernetzung zwischen all den Mitgliedern der DVWG und die gezielte Förderung der Jugend können für Steffen Opitz eine stabile Zukunft der DVWG ermöglichen.

News aus unserer DVWG-Hauptgeschäftsstelle

Wir begrüßen Christine Rothe als neue Teamassistentin in unserer Hauptgeschäftsstelle und freuen uns auf die Zusammenarbeit. Frau Rothe ist gelernte Kauffrau für Bürokommunikation und Wirtschaftsfachwirtin und hat in ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn u.a. Stationen beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), bei Bombardier Transportation sowie bei der KPMG AG absolviert. Sie übernimmt in unserem Büro in Berlin-Spandau u. a. Aufgaben in den Bereichen Finanzen/Buchhaltung, Mitgliederbetreuung, Veranstaltungsmanagement. 

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