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Verkehrsinfrastruktur im Seehafenhinterland auch in Zukunft ein zentraler Wettbewerbsfaktor

„ Auf dem sehr gut besuchten 1. Infrastrukturforum der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft waren sich alle Teilnehmer und Referenten einig: Die norddeutschen Häfen sind eine zentrale Schnittstelle zwischen Deutschland und dem globalen Markt. Insofern ist die Verkehrsinfrastruktur im Seehafenhinterland ein zentraler Wettbewerbsfaktor. Weiterhin herrschte Übereinstimmung, dass Infrastrukturinvestitionen allein nicht ausreichen und nachhaltig tragfähige Logistikkonzepte für alle Verkehrsträger gemeinsam werden müssen. In seinen Ausführungen verwies Herr Wieczorek vom BMVBS auf den Masterplan Güterverkehr und Logistik, in dem ein Großteil der Maßnahmen auf die Seehafenhinter-landverbindungen abzielt.“

Referenten der einzelnen Verkehrsträger betonten in Ihren Ausführungen die Potenziale der Straße, Schiene und des Binnenschiffes, stellten aber klar, dass der Ausbau weiterer Verkehrsrelationen zwingend erforderlich sei, um den Mehrverkehr aufzufangen. Die Straße wird trotz steigender Verlagerung auf andere Verkehrsträger der wichtigste Verkehrsträger im Hafenhinterland bleiben, doch der derzeitige Planungs- und Finanzierungsstatus entspricht dem in keiner Weise. Die Bahn legt neben Bauen und Fahrplanoptimierung den Schwerpunkt auf ein intelligentes Auslastungsmanagement. Zusätzlich bietet das Geschäftsfeld Intermodal maßgeschneiderte internationale Netze zur Hinterlandanbindung an. Die Hafenbetreiber unterstrichen, dass nichtbundeseigene Schieneninfrastruktur im Masterplan Güterverkehr und Logistik mit zu berücksichtigen ist. Die Nutzung der Potenziale der Binnenschifffahrt im Seehafenhinterlandverkehr wird gelingen, wenn durch die Länder in den jeweiligen Häfen die notwendigen Voraussetzungen für einen effizienten Binnenschiffsumschlag geschaffen werden. Die Lösung der anstehenden Aufgaben kann nur in einem gemeinsamen Bewusstsein und einem hohen Maß an Kooperationsbereitschaft gelingen. Um ihrer Verantwortung für eine bedarfsgerechte Infrastruktur in allen Sektoren gerecht zu werden, braucht die Politik finanzpolitische Lösungsmöglichkeiten. In diesem Zusammenhang wurde im Forum der Vorschlag der Pällmann-Kommission zum Systemwechsel von der Steuerfinanzierung zur Nutzerfinanzierung diskutiert. Dieser soll langfristig die Qualität und Quantität des Angebotes an Verkehrsinfrastruktur sichern. Von mehreren Seiten wurde angeregt, auf bundespolitischer Ebene ein Sonderprogramm zum Seehafenhinterland zu initiieren, um die drohenden Engpässe in der Verkehrsinfrastruktur aufzufangen.