Digitale DVWG-Fachvorträge „Verkehrsplanungsprojekte“ - Veranstaltungsbericht vom 21.05.2026
Am 21. Mai 2026 lud die Bezirksvereinigung Oberrhein der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft (DVWG) zu zwei digitalen Fachvorträgen ein. Im Mittelpunkt standen zwei aktuelle Verkehrsplanungsprojekte: Die Machbarkeitsstudie „Hambach LOOP“ am Tagebau Hambach sowie der „Kreisverkehr“ in der Karlsruher Oststadt. An der digitalen Veranstaltung nahmen rund 30 Interessierte teil.
Hambach LOOP – Machbarkeitsstudie Rad- und Wanderweg in der Tagebaufolgelandschaft
Den Auftakt machte Jessica Klinkhardt vom Fachplanungsbüro INOVAPLAN. Sie stellte die Machbarkeitsstudie zum „Hambach LOOP“ vor, einem ringförmigen Radweg rund um den Tagebau Hambach. Hintergrund des Projekts ist der gesetzlich beschlossene Kohleausstieg: Die Braunkohlegewinnung am Tagebau Hambach wird 2029 beendet. Ab 2030 beginnt die schrittweise Renaturierung und Entwicklung des Areals zu einer neuen Naherholungslandschaft, inklusive Flutung des Tagebaus. Bis 2070 soll damit der zweitgrößte See Deutschlands entstehen.
Grundlage hierfür war ein Rahmenplan, der unterschiedliche alltägliche und touristische Nutzungen vorsieht – von besonderen Orten über Reitwege bis hin zu einer ringförmigen Radwegeverbindung. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie überprüfte INOVAPLAN den im Rahmenplan vorgesehenen Streckenverlauf des Hambach LOOP und entwickelte gemeinsam mit den Projektbeteiligten sowie den Anrainerkommunen eine Vorzugsvariante. Für diese wurden anschließend die erforderlichen Maßnahmen zur Ertüchtigung des Hambach LOOP ausgearbeitet, priorisiert und mit einer Kostenschätzung hinterlegt.
Jessica Klinkhardt gab in ihrem Vortrag einen anschaulichen Einblick in den Projekthintergrund, das methodische Vorgehen und die zentralen Ergebnisse der Machbarkeitsstudie. Ergänzt durch zahlreiche Bilder vermittelte sie zudem ein eindrucksvolles Bild der bestehenden Situation vor Ort sowie der geplanten Entwicklung des Hambach LOOP.
„Kreisverkehr“ in der Karlsruher Oststadt
Im Anschluss stellte Dr. Matthias Zimmermann vom Institut für Straßen- und Eisenbahnwesen (ISE) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) das Projekt „Oststadtkreisel“ vor. Im Mittelpunkt stand die runde Kreuzung Ludwig-Erhard-Allee/Wolfartsweierer Straße/Stuttgarter Straße in der Karlsruher Oststadt, der umgangssprachlich auch als „Oststadtkreisel“ bekannt ist. An diesem komplexen Verkehrsknoten treffen mehrere stark befahrene Straßen sowie wichtige Radverkehrsverbindungen sowie eine Straßenbahnlinie aufeinander.
Zu Beginn seines Vortrags gab Dr. Matthias Zimmermann anhand zahlreicher Fotos einen Rückblick auf die Entwicklung des Oststadtkreisels und erläuterte die wesentlichen verkehrlichen Defizite der runden Kreuzung. An diesem Knotenpunkt wurden über einen Zeitraum von mehr als 25 Jahren über 1.000 Verkehrsunfälle dokumentiert, darunter auch zahlreiche Unfälle mit Radverkehrsbeteiligung. Vor dem Hintergrund wurde die „SoKo Oststadtkreisel“ eingerichtet, um die Verkehrssicherheit an diesem komplexen Knotenpunkt gezielt zu verbessern. In einem fachübergreifenden Prozess wurden die maßgeblichen Konfliktstellen analysiert und schrittweise Lösungsansätze zur Entschärfung der zentralen Konfliktbereiche entwickelt. Diese wurden im Rahmen begleitender Verkehrsversuche erprobt und umgesetzt. Nach Abschluss der Verkehrsversuche stellte Dr. Matthias Zimmermann das Vorgehen, die zentralen Maßnahmen sowie die Inhalte der Optimierung des Knotenpunkts vor.
Die Präsentationsfolien der beiden Fachvorträge stehen unseren Mitgliedern im geschützten Mitgliederbereich zur Verfügung.
