An der Schnittstelle von Verkehr und IT

Julius Schultheis ist Product Owner für Fahrgastinformationssysteme bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG).

Julius Schultheis Copyright BVG/Christoph Fugel

Mit seinem Hintergrund im Verkehrswesen verbindet er fachliches Verkehrs-Know-how mit IT-Expertise und arbeitet an der Weiterentwicklung digitaler Informationssysteme für Fahrgäste. Zudem ist er engagiertes DVWG-Mitglied und erzählt uns im Kurzinterview, wie er die Mobilität von morgen gestaltet.

Was machst du?

Ich arbeite in der IT-Abteilung der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) als Product Owner für Fahrgastinformationssysteme. Zusammen mit meinem Produktteam stelle ich die Verfügbarkeit von wichtigen Systemen wie der Fahrplanauskunft sicher und entwickle diese kontinuierlich entsprechend den aktuellen Anforderungen der Fahrgäste weiter. Außerdem leite ich als Projektleiter strategische Projekte zur Modernisierung unserer IT, da wir in einem großen Unternehmen mit einer heterogenen Systemlandschaft immer wieder konsolidieren und neu beschaffen müssen.

Ursprünglich habe ich Verkehrswesen an der TU Berlin studiert und dort Einblicke in die verschiedenen Verkehrsträger bekommen. Letztendlich hat sich mein Interesse aber auf den öffentlichen Verkehr konzentriert. Das unter anderem im Studium erworbene Systemwissen hilft mir dabei, mich auch in der IT von Verkehrsunternehmen gut zurechtzufinden.

Was macht dir an deinem Beruf Spaß?

Als Team Fahrgastinformationssysteme sitzen wir an der Schnittstelle zwischen Fahrgästen, Betrieb, Marketing und IT. Das ist für mich besonders interessant, weil einerseits verschiedene Anforderungen von vielen Seiten zu koordinieren sind und ich andererseits das Ergebnis der Arbeit täglich draußen bei meinen beruflichen und privaten Wegen in der Stadt erleben kann. Da ich auch sonst viel in Deutschland und dem europäischen Ausland mit Bahn und Bus unterwegs bin, erhalte ich immer wieder neue Inspirationen für Lösungen, die wir selbst implementieren können. So ist die Arbeit sehr abwechslungsreich, auch wenn ich überwiegend am Schreibtisch arbeite.

Wie veränderst du die Zukunft der Mobilität?

Mir ist es wichtig, die öffentlichen Verkehrsmittel durch eine gute Fahrgastinformation möglichst zugänglich und zukunftsfähig zu machen, insbesondere durch eine gute Qualität der Daten und eine verständliche Kommunikation.

In Zeiten des Deutschlandtickets, mit dessen überregionlae Nutzung im Nahverkehr zunimmt und steigendem Kostendruck, ergibt es keinen Sinn, lokale Sonderlösungen für die gleichen Probleme zu entwickeln. Das gilt auch für IT-Systeme, deren Architektur und Schnittstellen. Diese Standardisierung wird uns in Zukunft sicherlich sehr beschäftigen. Ehrlich gesagt sind hier auch der Gesetzgeber und die Aufgabenträger gefordert, die Unternehmen zu offenen und gemeinsamen Lösungen zu bewegen.

Einer der Vorteile in einem kommunalen Verkehrsunternehmen zu arbeiten ist, dass wir nicht im Wettbewerb mit anderen Verkehrsunternehmen stehen und daher viele Möglichkeiten haben, uns mit anderen auszutauschen und offen miteinander umzugehen. Insgesamt stellen wir so den öffentlichen Verkehr zukunftssicher auf, damit Fahrgäste zufriedener und zuverlässiger ans Ziel kommen.