Politik setzt auf gemeinsame Mobilitätslösungen über Grenzen hinweg

München, 8. Oktober 2026 – Mit einem klaren Bekenntnis zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ist heute in München die DACH-Tagung 2026 gestartet.

Plenum: Wibke Michalk, Martin Kagerbauer, Christian Bernreiter, René Zumtobel

Grenzen überwinden, Regionen verbinden: DACH-Tagung 2026 bringt Wissenschaft, Wirtschaft und Politik für den Alpenverkehr an einen Tisch

München, 8. Oktober 2026 – Mit einem klaren Bekenntnis zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ist heute in München die DACH-Tagung 2026 gestartet. Unter dem Motto „Unser Alpenverkehr: Grenzen überwinden, Regionen verbinden“ bringt die Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft e. V. (DVWG) am 8. und 9. Oktober im Haus der Bayerischen Wirtschaft Fachleute aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Politik aus dem gesamten Alpenraum zusammen. Die Tagung findet gemeinsam mit der 8. EUSALP Mobility Conference statt und wird in enger Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr ausgerichtet.

Im Mittelpunkt stehen die aktuellen Herausforderungen und Perspektiven des alpinen Personen- und Güterverkehrs sowie die grenzüberschreitende Infrastrukturplanung – von der Belastung durch den Transitverkehr über die Verlagerung auf die Schiene bis hin zu den Verkehrsprognosen für Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Politik setzt auf gemeinsame Lösungen über Grenzen hinweg

Zum Auftakt der Tagung sprachen Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter und der Tiroler Verkehrslandesrat René Zumtobel. Anschließend diskutierten beide gemeinsam mit Prof. Dr. Martin Kagerbauer, Mitglied des Präsidiums der DVWG, im Panel „Verkehrspolitik in der DACH-Region“.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter betont: „Wir stehen in der Alpenregion vor allem im Verkehrsbereich vor vielen Herausforderungen: Die Lösung kann uns nur grenzüberschreitend und gemeinsam gelingen. Wir wollen unsere Regionen noch besser miteinander verbinden, damit Mobilität nachhaltig, verlässlich und zukunftsfähig ist. Die internationale Konferenz mit Entscheidungsträgern und Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft ist hierfür ein wichtiges Format für neue Impulse für zukunftsfähige und anwohnerfreundliche Lösungen und einen weiteren Push für die internationale Zusammenarbeit in der Alpenregion.“

Der Tiroler Verkehrslandesrat René Zumtobel unterstreicht die Bedeutung des Dialogs mit den Nachbarregionen: „Im Alpenraum stehen alle Regionen vor ähnlichen Herausforderungen. Deshalb ist mir ein regelmäßiger persönlicher Austausch mit unseren Nachbarn wichtig, um positive Projekte voranzutreiben, aktuelle Herausforderungen zu besprechen, unterschiedliche Standpunkte zu diskutieren und die Belastung, unter der die Tirolerinnen und Tiroler durch den Transitverkehr leiden, über die Grenzen hinaus auch klar zu benennen. Für konstruktive und lösungsorientierte Gespräche zur Verbesserung der Situation bin ich immer offen. Eine wesentliche Verbesserung für die gesamte Bevölkerung entlang des Brennerkorridors lässt sich jedoch nur mit der Verlagerung auf die Schiene erreichen. Der konsequente Ausbau alpenquerender Schienenverkehrsinfrastruktur sollte daher nicht nur in Tirol von großer Bedeutung sein. Es ist erfreulich, dass immer mehr Menschen im Alltag und in der Freizeit auf Bus und Bahn setzen – es liegt an uns, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen.“

DACH-Tagung als Plattform für zielorientierten Austausch

Als Gastgeberin versteht die DVWG die DACH-Tagung als Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Ziel ist ein konkreter und lösungsorientierter Austausch über Ländergrenzen hinweg: Die Forschung liefert belastbare Grundlagen, Wirtschaft, Verwaltung und Politik bringen ihre Erfahrungen und Entscheidungsbedarfe ein. So entstehen Netzwerke, die über die beiden Veranstaltungstage hinaus wirken.

In seiner Begrüßung hob Prof. Dr. Martin Kagerbauer, Mitglied des Präsidiums der DVWG, die besondere Rolle des Alpenraums hervor: „Die Alpen trennen nicht, sie verbinden. Über Brenner und Gotthard und vielen anderen Achsen auf Straße und Schiene fahren Menschen und werden Güter bewegt. Für ein funktionierendes Gesamtsystem sind alle Verkehrsmittel im grenzüberschreitenden Verkehr essentiell. Es ist wichtig, gemeinsam ein regionsübergreifendes, nachhaltiges und resilientes Verkehrssystem bereitzustellen, um die Verlässlichkeit und Zuverlässigkeit der Mobilität zu gewährleisten.“

Die DVWG pflege diesen Austausch interdisziplinär, verkehrsträgerübergreifend und neutral, so Kagerbauer. Zugleich machte er deutlich, warum unabhängige Forschung für eine wirksame Verkehrspolitik unverzichtbar ist: „Gute Verkehrspolitik braucht gute Wissenschaft. Und gute Wissenschaft braucht Unabhängigkeit: von staatlichen Vorgaben, von Zensur und von ideologischer Einflussnahme.“

Verkehrsprognosen, Fachsessions und Exkursionen

Nach der Keynote von Christine Evertz (ADAC Stiftung) zur Zukunft der Mobilität aus der Sicht der Jugend steht am Nachmittag die ALPIN Session „Verkehrsprognosen in der DACH-Region“ auf dem Programm. Alexandra Rudolf (Intraplan Consult GmbH), Marie-Luise Zwicker (Prognos AG) und Thomas Schatzmann (Bundesamt für Raumentwicklung ARE) stellen darin die Verkehrsprognosen für Deutschland, Österreich und die Schweiz vor und diskutieren sie anschließend gemeinsam.

Am zweiten Tag vertiefen vier parallele Fachsessions zentrale Fragen des Güter- und Personenverkehrs im Alpenraum – mit Impulsen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie aus der EUSALP-Region. Bereits am Vormittag des ersten Tages ergänzten Fachexkursionen zur neuen Leitstelle der S-Bahn München, ins Verkehrszentrum des Deutschen Museums, zum Mobility Innovation Campus der Technischen Universität München und ins MAN Truck Forum das Programm.

Über die DACH-Tagung

Alle zwei Jahre veranstalten die drei Schwestergesellschaften der Verkehrswissenschaften aus Deutschland (DVWG), Österreich (ÖVG) und der Schweiz (SVWG) unter der Koordination der European Platform of Transport Sciences Foundation e. V. (EPTS) die DACH-Tagung. Nach Innsbruck 2024 richtet 2026 die DVWG die Tagung aus. Programm und Hintergründe: www.dvwg.de/dach.html