Rückblick Tag der Verkehrswissenschaft 2026

Nahmobilität als Hebel für Klimaschutz und Lebensqualität

Der 4. Tag der Verkehrswissenschaft widmet sich einem zentralen Baustein einer nachhaltigen, resilienten und nutzerorientierten Verkehrsentwicklung: der Nahmobilität. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Mobilität über kurze Distanzen gestaltet werden kann und welchen Beitrag Fuß- und Radverkehr sowie weitere Formen der nicht motorisierten Mobilität zu Klimaschutz und Lebensqualität leisten können. Die Veranstaltung der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft (DVWG) bringt Wissenschaft, Politik und kommunale Praxis zusammen, um aktuelle Erkenntnisse zu diskutieren und gemeinsam Perspektiven für die Mobilität der Zukunft zu entwickeln.

Nahmobilität findet vor allem in kleinen Netzen statt – in Quartieren sowie im Wohn-, Arbeits- und Einkaufsumfeld. Sie umfasst insbesondere das Zufußgehen und Radfahren, wird aber zunehmend durch neue Formen wie Roller-, Rollschuh- oder Inlinerverkehr ergänzt. Damit berührt sie zentrale Fragen der Stadt- und Verkehrsplanung: Wie müssen öffentliche Räume gestaltet sein? Wie lassen sich Wege sicher, attraktiv und barrierearm zurücklegen? Und wie kann Nahmobilität auch außerhalb urbaner Räume funktionieren?

„Die Gestaltung der Nahmobilität entscheidet wesentlich darüber, wie lebenswert und erreichbar unsere Städte und Regionen sind“, betont Prof. Dr. Jan Ninnemann, Präsident der DVWG. „Wissenschaft und Praxis müssen gemeinsam Antworten darauf finden, wie wir Mobilität auf kurzen Wegen stärken und gleichzeitig Klimaschutz, Aufenthaltsqualität und individuelle Mobilitätsbedürfnisse miteinander verbinden.“

Ein Schwerpunkt der Veranstaltung liegt auf dem Konzept der 15-Minuten-Stadt. Der Ansatz wird sowohl im nationalen als auch im internationalen Kontext betrachtet. Am Beispiel des EU-Projekts „Smart Urbanity“ werden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse vorgestellt und diskutiert. Gleichzeitig wird der Blick auf den ländlichen Raum gerichtet: Denn auch dort stellt sich die Frage, wie Nahmobilität unter anderen räumlichen und infrastrukturellen Voraussetzungen gestärkt werden kann.

Die Veranstaltung verbindet wissenschaftliche Perspektiven mit konkreten Erfahrungen aus Politik und kommunaler Praxis. Impulse widmen sich unter anderem der Gestaltung und Erreichbarkeit öffentlicher Räume, aktuellen Forschungsergebnissen sowie den Perspektiven und Herausforderungen der Kommunen. Anschließend werden die unterschiedlichen Sichtweisen in einer Podiumsdiskussion zusammengeführt.

Das Programm bietet damit eine Vielzahl von Impulsen und Diskussionsmöglichkeiten:

  • 15-Minuten-Stadt: Internationale und nationale Ansätze sowie Erkenntnisse aus dem EU-Projekt „Smart Urbanity“.
  • Nahmobilität im ländlichen Raum: Chancen und Grenzen kurzer Wege außerhalb urbaner Zentren.
  • Öffentlicher Raum: Fragen der Gestaltung, Erreichbarkeit und Aufenthaltsqualität.
  • Forschung: Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zur Nahmobilität und Verkehrsentwicklung.
  • Kommunale Praxis: Erfahrungen, Perspektiven und Herausforderungen aus Sicht der Kommunen.
  • Podiumsdiskussion: Zusammenführung der verschiedenen Perspektiven und Diskussion zentraler Zielkonflikte und Lösungsansätze.

Der Tag der Verkehrswissenschaft versteht sich dabei als Plattform für den interdisziplinären Austausch. „Nahmobilität ist weit mehr als die Frage, wie wir kurze Wege zurücklegen. Sie berührt Klimaschutz, Gesundheit, Teilhabe, Stadtgestaltung und Lebensqualität“, so die DVWG. „Um tragfähige Lösungen zu entwickeln, braucht es den Austausch zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis.“

Im Mittelpunkt steht damit eine grundlegende Frage: Wie können wir unsere Räume so gestalten, dass gute Mobilität auch auf kurzen Wegen selbstverständlich wird?

Präsentationen

DVWG-Mitglieder haben nach dem Login exklusiven Zugriff auf die Präsentationen.

Programm 2026

14:00

Begrüßung
Prof. Dr. Jan Ninnemann | Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft e. V.

 

State-of-the-art: 15-Minuten-Stadt national und international am Beispiel des EU-Projekts Smart Urbanity
Stefanie Kern | Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

 

Ist Nahmobilität im ländlichen Raum möglich?
Prof. Dr. Wibke Michalk | TH Rosenheim

15:15

Networking

16:00

Gestaltung und Erreichbarkeit von öffentlicher Räumen
Anne Klein-Hitpaß | Deutsches Institut für Urbanistik

 

Input Forschung II
Dr. Uwe Drewitz | Institut für Verkehrsforschung – DLR - erkrankt

 

Perspektive und Herausforderungen der Kommunen
BzStR Dr. Saskia Ellenbeck | Bezirk Tempelhof Schöneberg

16:45

Panel mit den Impulsgebenden
Moderation Prof. Dr. Martin Kagerbauer | Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

17:30

Ausklang und Networking

Unsere Referent:innen 2026